Seit 2008 prämiert das Holzkompetenzzentrum Rheinland Projekte in der Region, welche hohe Qualität und Innovationskraft im Bereich des Bauens mit Holz auszeichnen. Aus zweiundfünfzig Einreichungen prämierten die hochkarätige Fachjury in diesem Jahr insgesamt vierzehn herausragende Holzbauprojekte aus verschiedenen Kategorien und verliehen darüber hinaus zwei Sonderpreise Flut. Der Fokus lag in diesem Jahr neben dem materialgerechten Einsatz und zukunftsweisender Architektur insbesondere auch auf den erreichten Zielen bezüglich Energieeffizienz, Ökologie & Nachhaltigkeit sowie Kreislaufwirtschaft.
Witry & Witry wurden mit zwei Auszeichnungen geehrt. Ein Preis ging an den Generationencampus Wobrécken in Esch-sur-Alzette, ein weiterer Preis wurde für die Plusenergie-Wohnhäuser in Hersberg verliehen.
Generationencampus Wobrécken (>zum Projekt)
Der Generationencampus Wobrécken, als Pilotprojekt eingestuft, überzeugt durch eine ganzheitliche Planungsmethodik, die den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt: von Errichtung und Betrieb über mögliche Umbauten bis hin zum Rückbau und der Weiterverwendung der Baustoffe nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Mithilfe von Bauteilvergleichen wurden die Hauptbauteile des Gebäudes über ihren gesamten Lebenszyklus analysiert und optimiert. Dabei wurde besonderer Wert auf den ressourcenschonenden Einsatz von Holz gelegt. Das Tragwerk, bestehend aus Stützen, Unterzügen und Decken, ist vollständig aus Holz gefertigt. Die Verbindungen wurden so gestaltet, dass sie am Ende der Lebensdauer zerstörungsfrei demontierbar sind. Zusätzlich kamen ressourcensparende Hohlkastendecken mit integrierten raumakustischen Maßnahmen zum Einsatz. Die Jury überzeugte die exzellente städtebauliche Integration und die durchdachte Nutzung von Holz sowohl im Innen als auch im Außenbereich. Besonders hervorgehoben wurde die ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung, die dieses Projekt zu einem Musterbeispiel für nach haltiges Bauen macht.
Plusenergie-Wohnhäuser in Hersberg (> zum Projekt)
Bei den Wohnhäusern in Hersberg stand von Anfang an die Entwicklung eines nachhaltigen Gebäudekonzepts im Vordergrund, das über bestehende Energiestandards hinausgeht. Die Gebäude wurden in Holzrahmenbauweise errichtet und mit umweltfreundlichen Grasmattenplatten gedämmt. Neben der generellen Auswahl von natürlichen Materialien im gesamten Innenraum liegt die Besonderheit dieser beiden Häuser im Einsatz von Lehmmaterialien: Im Erdgeschoss wurde eine Stampflehmwand integriert, die das Raumklima positiv beeinflusst, während die übrigen Wände mit Lehmputz versehen wurden. Die CO₂-negative Konstruktion deckt ihren Heizbedarf über in den Lehmputz integrierte Wandheizelemente sowie ihren ganzen Strombedarf über eine in das Dach integrierte Photovoltaikanlage. Die Jury betonte, dass dieses Projekt ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist, wie traditionelle Materialien ökologisch und ästhetisch überzeugend eingesetzt werden können. Keine Reminiszenz an die Vergangenheit, sondern ein besonnener Hinweis für die Zukunft des Bauens.